Gebühren beim Liegenschaftsübertrag

Bei der Übertragung einer Liegenschaft vom Verkäufer zum Käufer fallen in der Regel diverse Gebühren und Steuern an. Diese Kosten, die kantonal geregelt sind, können mehrere Tausend Franken betragen. Im Kaufvertrag sollte geregelt sein, wer welche Kosten übernimmt. Nachfolgend finden Sie Informationen zum Kanton Aargau. 

 

GRUNDBUCHGEBÜHREN

Alle Kantone erheben eine Gebühr für Änderungen im Grundbuch. Für den Eintrag eines Gläubigerwechsels (bisher Verkäufer, neu Käufer) werden grundsätzlich CHF 40.– beim Käufer erhoben.

 

HANDÄNDERUNG

Anstelle oder zusätzlich zu einer Grundbuchgebühr wird in gewissen Kantonen eine Handänderungssteuer erhoben. Der Kanton Aargau kennt diese Steuer nicht mehr.

 

NOTARIATSGEBÜHREN

Der Notar wird für die Erstellung des Kaufvertrags und die Beurkundung entschädigt. Gemäss Dekret über den Notariatstarif des Kantons Aargau kommt ein abgestufter Promilletarif in Abhängigkeit des Kaufpreises zur Anwendung:

  •  bis CHF 600’000.–: 4 ‰ des Kaufpreises
  •  zuzüglich von CHF 600’001.– bis CHF 3 Mio.: 2 ‰ des Kaufpreises
  •  zuzüglich ab CHF 3 Mio.: 1 ‰ des Kaufpreises
  •  aber insgesamt höchstens CHF 20’000.–

Die Notariatsgebühren werden in den meisten Fällen zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt.

  

SCHULDBRIEFGEBÜHREN

Als Sicherstellung für die Hypothek verlangt das kreditgebende Institut einen Schuldbrief. Die Gebühr für die Errichtung und Erhöhung von Schuldbriefen richtet sich nach deren Höhe und beträgt zwei Drittel der Ansätze der Notariatsgebühren, aber höchstens CHF 7'500.–. Zusätzlich werden Grundbuchgebühren von 1.5 ‰, mindestens jedoch CHF 100.–, für die Eintragung des Schuldbriefs im Grundbuch erhoben. Diese Gebühren sind ausschliesslich durch den Käufer zu begleichen.

  

Verdeutlichung anhand eines Beispiels

Bei einem neu zu errichtenden Schuldbrief von CHF 500'000.– kommen zwei Drittel der Notariatsgebühren von 4 ‰ zur Anwendung, was eine Gebühr von CHF 1'333.– ergibt. Die Grundbuchgebühren betragen 1.5 ‰ bzw. CHF 750.–. Somit belaufen sich die gesamten Gebühren für den Schuldbrief auf CHF 2'083.–.

 

GRUNDSTÜCKGEWINNSTEUER

Diese Steuer ist auf demjenigen Betrag zu entrichten, um den der Verkaufserlös die Gesamtkosten (ursprünglicher Kaufpreis zuzüglich wertvermehrender Investitionen) übersteigt. Je länger die Besitzdauer der Liegenschaft ist, desto tiefer fällt die Steuer aus. Sie ist alleine durch den Verkäufer zu entrichten.

 

VERMITTLERPROVISION

Häufig wird eine Liegenschaft über einen Immobilienvermittler (Makler) verkauft. Die Gebühr ist durch den Verkäufer zu entrichten. Die Provision liegt in der Grössenordnung von 2-3 % des Kaufpreises.

 

Fazit

Bei den Gebühren, die im Zusammenhang mit dem Wechsel des Liegenschaftseigentümers erhoben werden, ist als grobe Faustregel mit 1-2 % des Kaufpreises zu rechnen. Hinzu kommen allfällige Provisionen für Liegenschaftsvermittler von 2-3 % des Kaufpreises. Diese Kosten können nicht mit der Hypothek beglichen werden, sondern sind aus Eigenmitteln zu bezahlen.

 

 

Gebühren beim Liegenschaftsübertrag | 14.06.2017 | © NEUE AARGAUER BANK