Eigenheim und Pensionierung - Was Sie dazu wissen müssen

Sie besitzen ein Haus oder eine Wohnung in der Schweiz und stehen einige Jahre vor Ihrer Pensionierung. In diesem Zusammenhang stellen Sie sich zwangsläufig die eine oder andere Frage: Soll ich mich frühzeitig pensionieren lassen und kann ich mir das leisten? Mit welcher AHV-Rente, Bezügen aus der Pensionskasse und ggf. 3. Säule kann ich nach der Pensionierung rechnen? Welches regelmässige Einkommen werde ich also schliesslich haben?
Als Eigentümer einer Immobilie müssen Sie sich aber auch eingehender mit Ihren eigenen Ansprüchen befassen: Wie hoch soll die Hypothek nach der Pensionierung noch sein? Wie können bevorstehende Investitionen am Eigenheim, z.B. eine neue Heizung, finanziert werden? Gibt es Auflagen der Bank für die weitere Finanzierung, die ich erfüllen muss?

  

Wir zeigen Ihnen, was zu beachten ist, damit Sie auch nach Ihrer Pensionierung weiterhin sorglos Ihr Haus oder Ihre Wohnung geniessen können.

 

Veränderung Ihres Einkommens nach der Pensionierung

Wenn Sie in Pension gehen, verfügen Sie nicht mehr wie bis anhin über ein Erwerbseinkommen, sondern Sie erhalten Renten aus der ersten Säule (AHV) und der zweiten Säule (Pensionskasse). Das neue Renteneinkommen wird sehr wahrscheinlich um einiges tiefer ausfallen als Ihr zuletzt bezogener Lohn. Gerade in Zeiten, in denen die Renten in der 2. Säule eher rückläufig sind (tiefere Umwandlungssätze und Renditen, höhere Lebenserwartung), wird das Gefälle vom Lohn- zum Renteneinkommen tendenziell grösser. Oder anders ausgedrückt: mit Ihrer kombinierten Altersrente werden Sie weniger Geld für das tägliche Leben zur Verfügung haben.

   

Renten-einkommen und Hypothek – worauf Sie achten müssen

Banken müssen sich bei der Vergabe von Hypotheken an eine einfache Grundregel halten: die Belastung aus Hypothekarzins, allfälligen Amortisationen sowie Unterhalts- und Nebenkosten darf ein Drittel des Einkommens (also auch der Rente) nicht übersteigen. Die Tragbarkeitsrechnung der Bank, die Teil einer kompetenten Beratung ist, analysiert Ihre finanzielle Situation entsprechend sehr genau für die Zeit des Bezugs der Altersrente und ob Sie sich die Hypothek weiterhin leisten können.

 

Eine allfällig zweite Hypothek muss während längstens 15 Jahren, aber bis spätestens zur Pensionierung, zurückbezahlt sein (meist über indirekte Amortisation der 3. Säule-Guthaben). Somit fallen nach der Pensionierung die Zinskosten sowie die Amortisation für die zweite Hypothek weg. Dies senkt die laufenden Kosten und wirkt sich positiv auf die Tragbarkeits­rechnung aus. So verbleiben die Zinsen für die erste Hypothek sowie die Unterhalts- und Nebenkosten, die Sie finanzieren müssen. Trotz eines seit Jahren anhaltend tiefen Zinsniveaus rechnen die Banken in der Tragbarkeitsrechnung generell mit einem Hypothekarzins von fünf Prozent und nicht mit den aktuellen Zinssätzen. Damit sind mögliche zukünftige Zinserhöhungen bereits eingerechnet und eine langfristige Finanzierung Ihrer Immobilie ist gewährleistet.